Ein Lied
Freitag, 17. Mai 2013
So ein Scheiß
Wieder neigt sich eine Phase der Metamorphose zu Ende und es beschleichen mich wieder die gleichen elenden Fragen nach der Sinnhaftigkeit und dem Ziel des Handelns. Wozu das Ganze? Wozu sich unnötig quälen, wenn man verzichten kann und die Ozeane der Welt rufen hört, statt sich in der dreckigen Pfütze zwanghaft einen rechten Platz suchen zu wollen, zwischen Gülle und Hoffnungslosigkeit, in der vor Bremsspuren triefenden Unterhose der kapitalistischen Gesellschaft, so populistisch das auch klingen mag.Das Ziel ist keineswegs soviel Kapital wie nur möglich zu akkumulieren, zumindest wenn man den tieferen Sphären des eigenen Ichs auf den Grund gehen möchte. Lernen und das Streben nach Wissen sind Werte, derer keiner äußerlichen Legitimation bedarf. Alles was ich tue, tue ich für mich, dass niemand anderes sich daran bereichern oder ergötzen kann. Das Wissen was wir uns aneignen ist unser wichtigstes Gut. Es ist ein beruhigendes Gefühl etwas zu haben, das niemand anderes kriegen bzw. dir wegnehmen kann, das dir alleine gehört. Nur hat in den letzten Jahrzehnten die Bedeutung und der Stellenwert dieses Wissens abgenommen. Wir werden von Klein auf mit dem gleichen Einheitsbrei genährt, später selektiert, wie Gurken, deren Krümmung nicht der Norm entsprechen. Die Wege werden schon früh geebnet. Aus einer Kakerlake wurde noch nie ein schöner Schmetterling und so ist es auch nur allzu logisch, dass sich viele bereits früh ihrem Schicksal beugen bzw. damit abfinden. Ein Martyrium, das viele Menschen vor der tatsächlichen Entfaltung hindert. Ich hasse es in meiner Gedankenwelt gefangen zu sein, meine Träume nicht ausleben zu können. Ich bin ein Gefangener meines eigenen Schicksals, unentwegt auf der Suche nach einem Ausgang aus dem dunklen Labyrinth in das ich rein geboren wurde. Ein ziemlich hoffnungsloses Unterfangen. Aber immer wieder gibt es Menschen, die einen Ausgang finden, die Grenzen überschreiten und über sich hinauswachsen. Was verleiht diesen Menschen die Kraft, dass ich nicht habe, oder momentan nicht besitze? Es ist nichts materielles, sondern ein Zustand geistiger Reife bzw. Entwicklung, den man sich erarbeiten muss oder zu dem man an einem bestimmten Punkt gelangt. Bis hierhin und nicht weiter. Einen Schlussstrich ziehen und das Hinterbliebene mit Benzin überschütten und mit einem Streichholz in Staub und Asche niederbrennen lassen. Feuer hat etwas zerstörerisches, so ebnet sie aber auch den Weg für neues Leben. Immer eine Frage der Perspektive, wie so vieles. Tagtäglich sehen wir sog. Penner auf der Straße sitzen und würdigen sie keines Blickes bzw. machen uns gar lächerlich über sie. Vielleicht sind diese Penner, korrigiere Menschen, auch nur auf der hoffnungslosen Suche und haben sich verirrt, stecken in einer Sackgasse fest, finden nicht zurück und sind dazu verdammt, elendig auf den Straßen zu verrecken, obwohl das Leben doch so nah ist. Asche zu Asche, Staub zu Staub und Staub gehört nun mal weggefegt. So ist das auch mit den Pennern/Obdachlosen/Menschen. Pickel auf der reinen Haut im Gesicht eines aalglatten Systems. Fehler die einfach beseitigt gehören, weil sie die makellose Scheinwelt konterkarieren. Kein Mitleid, keine fähige Empathie. Oft ist es ein schmaler Grat auf den man wandert. Wie nah sind wir diesen Pennern, wo machen wir diese irreparablen Fehler die uns ins Verderben führen. Vielleicht sollten wir einfach gar nicht denken, nichts machen und vor uns hinvegetieren. Allemal sinnvoller dem Körper Körper zu gewähren, als sich von falschen Idealen leiten zu lassen. Wir sind die Penner von Morgen wenn wir nicht aufhören zu denken und zu hinterfragen. Wir sind nicht befugt Fragen an ein System zu stellen, dass dazu ausgelegt ist, das Kollektiv abhängig von ihm zu machen. Wir sind nur eine kleine Randnotiz in der Enzyklopädie der Menschengeschichte. Ein totaler Ausweg ist nur mit sozialem Freitod gleichzustellen. Entweder man lässt sich bequem vom System führen oder entscheidet sich zu einem Leben in rigoroser Enthaltsamkeit jeglicher Zivilisation auf der Suche nach der wahren Erfüllung. Glück und Leben gehen einfach zu selten Hand in Hand, als dass man sie auf den hiesigen Straßen findet.Nur kleine Hirngespinste, oder doch nicht.
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